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Wir sind alle Gast auf Erden

Seit dem heurigen Jahr, habe ich mir einmal mehr vorgenommen, noch friedlicher mit unseren Mitgeschöpfen. Begonnen hat dieses Bedürfnis damit, dass wir eine Invasion von Ratten und Mäusen im Stall hatten. Bevorzugt haben sich die kleinen und größeren Nager natürlich in den Kraftfutterdepots und in den Futtertrögen aufgehalten. Für unsere Tiere und auch für uns, war dies aus hygienischen Gründen, ein großes Problem. Ich hatte das große Bedürfnis nach einer friedlichen Lösung, ohne Fallen und „Bejagung“. Als ich so darüber nachgedacht habe, ist mir immer mehr aufgefallen, wie seltsam es eigentlich ist, in diesem Fall die Mäuse und Ratten, vertreiben zu wollen. Es ist völlig normal, dass wir auf einen Fleck Erde Anspruch erheben und völlig selbstverständlich, dass dort nach unseren Regeln gespielt wird. Wir verhalten uns so, als gehöre uns die Welt- völlig selbstverständlich. Uns scheint die Gewissheit abhanden gekommen zu sein, dass wir die Welt und das Leben mit unzähligen Lebewesen teilen, die womöglich von sich aus ebensolche Ansprüche stellen. Als ich mich jedenfalls in die Lage unserer Mitbewohner eingefühlt habe, wurde mir sonnenklar, dass sie sich wohl kaum einen besseren Lebensraum wünschen können. Das Futterangebot ist fast grenzenlos, im Stall gibt es genügend Winkeln mit Strohnestern, diverse Nischen und Schächte im Mauerwerk und in den Wänden, die sie sich kunstvoll „ausgebaut“ haben. Aus verschiedenen Gründen, ist es uns momentan nicht anderes möglich, als unser Kraftfutter für die Ziegen in Big Bags unter Dach zu lagern. Diese Art der Aufbewahrung, ist für eine Maus ja quasi eine Einladung, um sich selbst zu bedienen. Jedes Mal, wenn ich die Kraftfutterkübel befüllt habe, waren in den Kübeln auch Mäuse mit dabei und das Futter, war durch deren Ausscheidungen, mehr oder weniger, verunreinigt. Der Futtertrog der Ziegen, aus dem sie während des Melkens fressen, war jeden Morgen übersät von Rattenexkrementen. So konnte es also nicht weitergehen.

Aus der Not heraus, habe ich unseren Mitbewohnern also geistig einen Vorschlag unterbreitet: Sie können sich gerne an dem zu Boden gefallenen Kraftfutter bedienen und auch der Auffangtrog unter dem eigentlichen Futtertrog der Ziegen, wird ihnen überlassen. Ich habe sie darum gebeten, nicht in die Big Bags zu klettern und den Futtertrog auch nicht zu betreten. Wir werden keine Maßnahmen mehr gegen sie unternehmen- keine Fallen mehr, auch keine Piepser, keine ätherischen Öle, oder sonst welche Versuche mehr, dieses Nagetierimperium zu vertreiben, oder unter Kontrolle zu halten.

Erstaunlicherweise, waren weder Ratten, noch Mäuse seither in den Big Bags, oder im Futtertrog. Ich begegne täglich einigen Mäusen, und die Hinterlassenschaften findet man auch überall, nur eben nicht dort, wo wir sie nicht finden wollen

Ähnliche Geschichte probiere ich gerade in meinem Garten, auf dessen Platz man auch sämtliche „unerwünschte Gäste“ antrifft. Wenige Meter neben meinem neu angelegten Garten, kamen Wühlmausgänge nach der Schneeschmelze zum Vorschein. Das gesamte, angrenzende Feld voll davon. Also habe ich mir nicht allzu große Chancen für meinen Garten ausgerechnet. Unter dem Steinhaufen, den ich für die Kräuterspirale schon im vergangenen Herbst an Ort und Stelle abgeladen hatte, traf ich dann auch gleich eine Wühlmausfamilie, die wohl nicht hocherfreut war, dass ich im Begriff war, ihre Behausung zu zerstören. Es tat mir sehr leid, ich hatte, aus Unwissenheit, nicht damit gerechnet, dass die Mäuse unter den Steinen leben würden. Ich versicherte ihnen eine Wohnmöglichkeit in/unter der Künftigen Kräuterspirale und bat sie gleichzeitig, zumindest den Großteil „meines“ angebauten Gemüses, in Ruhe zu lassen. Ich habe schon in weiser Voraussicht, einiges mehr an Gemüse vorgezogen, um auch etwas den Schnecken, Mäusen, Maulwurfsgrillen und den anderen hier lebenden Wesen, etwas abgeben zu können. Noch ist der Garten sehr frisch und scheinbar unberührt und ich bin gespannt, wie es weitergeht. Unter dem angrenzenden, befestigten Paddock der Pferde leben auch Wühlmausfamilien (scheinbar gefällt es ihnen, unter Steinen/Schotter zu leben?), die ihre Ausgänge mitten in meinem Beet mit Stockrosen haben. In den Gemüsebeeten, habe ich bereits „Bohrlöcher“ von Maulwurfsgrillen gefunden und Nacktschnecken treffe ich auch jeden Tag...

Ich werde mich weiterhin mit diesem spannenden Thema auseinandersetzen und habe mir vorgenommen, am friedlichen Zusammenleben festzuhalten .





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