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Radieschens Geschichte

Heute möchte ich wieder einmal eine Ziegengeschichte mit euch teilen.

Auf dem Video seht ihr Radieschen und einige Kinder.

Radieschen ist letztes Jahr geboren, wurde nie von ihrer Mama getrennt und wuchs relativ „wild“ bei uns auf.

„Wild“ deshalb, weil sie sich nie für den Kontakt zum Menschen interessiert hat.

Im Zusammensein/leben mit unseren Tieren, ist es uns besonders wichtig, dass die Tiere selbst aussuchen können, ob sie engeren Kontakt zu uns haben wollen, oder nicht.

Manche sind von Geburt an sehr interessiert und aufgeschlossen und andere ziehen sich eher zurück und bleiben unter ihresgleichen. :)

Radieschen gehörte also eher zur 2. Gruppe.

Vor wenigen Tagen wurde Radieschen Mama.

So wie bei jedem Neuankömmling, habe ich auch bei ihrer Tochter Ribisel nachgesehen, ob alles in Ordnung ist und bei Radieschen überprüft, ob sie genügend Milch für ihr Baby haben wird.

Da Radieschen den Menschenkontakt ja nicht unbedingt geschätzt hat, war es ihr sehr unangenehm, dass ich ihr Baby und dann auch noch sie selbst untersucht habe.

Ich zog mich natürlich sofort wieder zurück, um sie nicht zu lange zu stören.

Doch ich stellte fest, dass Radieschen sehr viel Milch hat, eigentlich viel zu viel für ein so kleines Kitzlein.

Natürlich stand sofort im Raum, dass wir die „überschüssige“ Milch melken sollten.

Weil das aber mit sehr viel Stress verbunden gewesen wäre (Übersiedelung in eine neue Gruppe; viele neue Eindrücke für diese sensible Ziege), kam mir die Alternative, Radieschen zu bitten, sie könnte doch andere Kinder trinken lassen, deren Mütter vielleicht nicht genügend Milch haben.

Ein paar Stunden später, stellte ich ihr den winzigen Horst vor, der diese Möglichkeit gerne angenommen hätte.

Ich erklärte Radieschen, wie sehr sie auch mir damit helfen würde, weil ich dann diese „bedürftigen“ Kinder nicht zusätzlich mit der Flasche füttern müsste.

Radieschen war sofort einverstanden, verlor interessanterweise sofort die Scheu vor mir und geht seither vollkommen auf in ihrer Rolle.

Immer wenn sie mich sieht, meckert sie mir entgegen und möchte gerne, dass ich ihr ein paar Kinder bringe.

Ich bin jedes Mal gerührt von dem Vertrauen, das sie mir seither entgegenbringt.

Mehlmals täglich sage ich ihr, was für eine tolle Mama sie ist und wie dankbar ich ihr bin.


Das ist eine von vielen Geschichte, die mir zeigt, dass eine Kooperation mit den Tieren möglich ist, wenn wir ihnen zuhören, auf sie eingehen und ihnen auch die Wahl lassen.

Ich bin unendlich dankbar, dass ich hier so vieles von den Tieren lernen darf.



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