Freiheit


Ich mache mir immer wieder sehr viele Gedanken über die Freiheit in Bezug auf unser Zusammensein mit Pferden.


Begriffe wie Freiarbeit, Freiheitsdressur, Liberty- Training usw. sind in der Mensch-Pferdewelt immer mehr geläufig und finden auch immer mehr Anklang.


Was bedeutet dies für dich?

Was verbindest du mit Freiarbeit? Freiheitsdressur? Freies Training?


Ich versuche meinen Pferden die Freiheit zu geben zu entscheiden, ob sie mit mir sein wollen, oder nicht.

Sie können selbst entscheiden, ob es sich für sie gut anfühlt, mit mir zu spazieren, mit mir am „Reitplatz“ zu sein, mit mir zu laufen, zu spielen usw.

Ich akzeptiere ihre Antwort, egal wie sie lautet.


Wenn ich daran denke mit einem Pferd frei zu „arbeiten“, bedeutet dies für mich mit dem Pferd zu kommunizieren. Das Pferd zu fragen, ob es mit mir laufen möchte. Ob es seine Energie etwas bündeln möchte, ob es herumspringen möchte, ob es schneller, langsamer, sich mehr aufrichten möchte,...all diese Dinge kann ich das Pferd fragen, ohne es vorher mit ihm „geübt“ zu haben.

Ich muss dem Pferd nicht vorher beigebracht haben, an einer Longe longiert zu werden. Ich kann mit ihm kommunizieren und es wird, wenn es einverstanden ist, um mich zirkeln, weil ich mich ihm verständlich machen kann.

Wenn ich mich klar ausdrücken kann, in einer Art und Weise, die das Pferd von Natur aus versteht und ich meine eigene Energie einsetzen kann um das Pferd „anzusprechen“, wird sich das Pferd völlig natürlich mit mir „unterhalten“.


Je mehr Spaß und Freude ich dabei ausstrahle, desto wohler wird sich das Pferd mit mir fühlen und desto energievoller wird es sich mit mir bewegen.


Ich kann von meinem Gegenüber nicht erwarten, dass es für mich alle möglichen Dinge freudvoll vollführt, wenn ich selbst ein Miesepeter, chaotisch, gestresst, ect. bin.


Nun nochmal zurück zur Freiheit.


Ich nehme an, es ist für viele Pferdemenschen ein großer Traum, dass ihr Pferd völlig frei mit ihnen durch die Gegend streift. Sei es geritten, oder spazierend...


Dies betreffend, sollte man sich vielleicht mal Gedanken darüber machen, wieviel Freiheit man sich selbst in seinem eigenen Leben einräumt.

Fühle ich mich frei? Was bedeutet es für mich in einer Beziehung frei zu sein?


Wir führen mit unseren Pferden eine Beziehung, eine Freundschaft.

Wieviel Freiheit erlauben wir unserem Pferd innerhalb dieser Beziehung?

Ist es uns wichtig, dass wir den Ton angeben und das Pferd im besten Fall immer tut, was wir vorgeben?

Oder lassen wir dem Pferd die Entscheidungsmöglichkeit?


Sich diese Fragen zu stellen, ist für das freie Sein und „Arbeiten“ sehr entscheidend.

Ich muss mir im Klaren darüber sein, dass das Pferd womöglich oft Antworten parat hat, die mir missfallen.


Aber nur, wenn wir dem Pferd wirklich die Wahl lassen und den Gedanken innerlich loslassen, das Pferd kontrollieren zu wollen, ist ein Zusammensein möglich, indem sich alle Beteiligten frei fühlen.


Für mich spielt dabei noch eine entscheidende Rolle, auf welche Art und Weise ich das Pferd frei lasse.

Wenn ich beispielsweise viel mit Futter arbeite, dann sollte ich mir darüber im Klaren sein, dass das Pferd womöglich in mir hauptsächlich den Vorteil sieht, dass ich ihm etwas zu essen gebe.

Dann hat das Pferd womöglich Spaß an dem, was wir mit einander tun, die Gefahr ist allerdings aus meiner Sicht sehr groß, dass die größte Freude des Pferdes das Futter ist und nicht etwa die Tätigkeit selbst, oder das Zusammensein mit mir.

Ich möchte damit nicht das Belohnen oder Arbeiten mit Futter verteufeln, oder kritisieren. Ich möchte damit nur zum Nachdenken anregen und meine Gedanken dazu teilen.


Auch eine wichtige Rolle spielt für mich, wie mit dem Pferd grundsätzlich umgegangen bzw. gearbeitet wird.

Wenn ich also ein Pferd habe, mit dem bisher mit sehr viel Druck gearbeitet wurde. Oder welches eine Ausbildung genossen hat, in der es mit körperlicher, wie auch psychischer Manipulation zu dem gebracht wurde, was man eben von ihm verlangt hat, dann werde ich, abhängig vom Typus des Pferdes, diese Dinge eventuell auch relativ leicht „frei“ abverlangen können. Weil das Pferd ja davor durch Unterdrückung gelernt hat zu gehorchen. Es fügt sich, weil es gelernt hat, der höheren Gewalt zu weichen.


Mit einem solchen Pferd muss ich behutsam daran arbeiten, dieses Muster der „Gehorsam“ zuerst abzulegen, denn ansonsten kann man hier nicht wirklich von Freiheit sprechen.


Freiarbeit, oder freies Sein bedeutet für mich wirklich frei zu sein, frei von Zwängen, Mustern, ect.

Eben nicht gelernt zu haben, frei irgendwelche Dinge auszuführen, sondern frei miteinander zu kommunizieren.

Nichts weiter...


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Nina Trebuch

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