Philosophie

Mein Arbeiten, bzw. mein Sein mit den Tieren folgt keiner bestimmten Methode. 

Mir ist ein natürlicher Umgang wichtig und das bedeutet für mich sowohl meine eigene Natürlichkeit zu leben, alsauch Rücksicht auf die Natürlichkeit meines Gegenübers zu nehmen.

So werde ich mit einem Hund in anderer Art und Weise kommunizieren, als mit einem Pferd.

Genauso werde ich mich einem ängstlichen Tier gegenüber anders verhalten, als einem sehr selbstbewussten Wesen.

Ich möchte mir bewusst machen, welche die natürlichen Verhaltensweisen der verschiedenen Tiere sind, und tauche in ihre Welt ein, sodass eine artgerechte Kommunikation überhaupt möglich ist.

Es ist ein sich in Achtsamkeit üben. 

Wir lernen unsere Tiere besser zu lesen und können so, feinfühliger auf sie reagieren.

Als Menschen sind wir natürlich nicht in der Lage, die genaue Mimik und Gestik von Tieren nachzuahmen.

Trotzdem reagieren diese sehr feinfühlig auf unsere menschliche Körpersprache. Wenn wir lernen unser Gegenüber zu lesen, seine Verhaltenszüge zu erkennen und dementsprechend unseren Körper einsetzen um zu kommunizieren, ist eine sehr feine Kommunikation möglich.

Pferde...

 

Pferde sind von Natur aus Herdentiere. Sie suchen von sich aus den Kontakt zu einem anderen Wesen, weil sie instinktiv wissen, dass sie alleine schlechter dran sind, als in Gesellschaft.

So wird sich ein freies Pferd gerne auch einem Menschen anschließen, ihn sogar seinen Entscheidungsträger sein lassen, wenn sich dieser als ein würdiger Gefährte beweist.

 

In den Augen eines Pferdes ist man ein würdiger Gefährte, wenn...

- man in der Lage ist, stets die Ruhe zu bewahren 

- man auf sich selbst und sein Umfeld acht geben kann. Also seine eigenen Grenzen wahrt und wenns sein muss auch verteidigt 

- man das Pferd in seiner Gesamtheit wahrnimmt und es in seinem Sinne führt.

- man emotionslos handelt. Das heißt, sich nicht von seinen Emotionen übermannen lässt und aus ihnen heraus handelt. 

- man in der Lage ist, in die Welt des Pferdes einzutauchen und lernt, so zu denken wie ein Pferd. So wird es gelingen, auf die Bedürfnisse des Pferdes schon frühzeitig einzugehen.

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Wir dürfen nicht vergessen, dass Pferde, wenn sie in einer natürlichen Umgebung gehalten werden, in uns keine Vorteile sehen, wenn wir uns ihnen gegenüber nicht als würdige Gefährten verhalten. 

Kein Futter wird sie dazu bewegen, in einer für sie gefahrvollen Situation, bei uns zu bleiben.

Keine Gerte wird sie davon abhalten zu fliehen, wenn sie um ihr Leben bangen.

 

Sie werden sich jedoch völlig von selbst anschließen, wenn sie spüren, dass in ihrem Sinne gehandelt wird und wir in der Lage sind, ihnen Sicherheit zu geben.

 

Ein großer Vorteil, den Pferde in uns Menschen sehen könnten, ist die Möglichkeit mit uns Abenteuer außerhalb ihrer gewohnten Umgebung zu erleben.

Pferde sind von Natur aus neugierig und erkunden gerne. Es wäre also eine schöne Vorstellung, gemeinsam zu "abenteuern".

Ich arbeite meistens frei mit den Pferden. Das heißt, sie sind entweder auf der Weide mit ihren Pferdefreunden, oder sie sind frei am Reitplatz, oder in der Halle. 

Erst wenn die Beziehung zwischen Mensch und Tier vertrauensvoll gefestigt ist, das Pferd also von sich aus gerne mit dem Menschen ist, schlage ich die ersten Ausflüge außerhalb seiner gewohnten Umgebung bzw. des Stalls, vor.

Jeder von uns trägt seine eigenen Thematiken mit sich herum. 

Jedem von uns passieren die Situationen, die gerade für uns wichtig sind.

So sehe ich das auch unsere Tiere betreffend.

Wir befinden uns mit unseren Tieren stets in Situationen, die wir gerade zu meistern in der Lage sind, oder die gerade wichtig für unser Leben sind. Von denen wir lernen können und an denen wir wachsen können.

Das Problem liegt niemals, nur auf einer Seite. Weder auf der des Tieres, noch auf der des Menschen.

Es ist stets eine gemeinsame Geschichte, die zu den sichtbaren Symptomen führt.

Darum ist es sehr wichtig, uns die Verbindungen zu unseren Tieren bewusst zu machen, zu beobachten und so achtsam an einem friedvollen Miteinander zu arbeiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jedes Lebewesen ist anders.

So ist auch jede Beziehung anders.

Jeder von uns hat persönliche Themen, die ihn beschäftigen und die es sich lohnt anzusehen.

Wer einen aufrichtigen Kontakt mit dem Pferd pflegt, wird rasch bemerken, dass die Pferde uns unsere Themen, bzw. Verhaltensmuster aufzeigen und uns immer wieder daran erinnern.

Wenn wir diesen Spiegel annehmen und bereit sind, an uns zu arbeiten, werden wir authentischer, energievoller, freudvoller und sind in der Lage, immer tiefer werdende Beziehungen einzugehen.

Ich gehe davon aus, dass jede Situation, jede Bewegung mit egal welchem Lebewesen diese Qualität mit sich bringt, jedoch erlebe ich dies in Bezug auf Pferde, besonders klar.

Bewusst mit Tieren Sein

für eine aufrichtige, feine Kommunikation zwischen Tier und Mensch

Nina Trebuch

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