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Grundlagen für eine Beziehung auf Augenhöhe mit den Pferden

February 24, 2018

Gedanken zu...

Grundlagen für eine Beziehung auf Augenhöhe mit den Pferden

 

 

Ich möchte euch hier in den nächsten Tagen und Wochen eine Einführung geben, wie man beginnen könnte, sich mit dem freien & freiwilligen Umgang mit dem Pferd auseinanderzusetzen.
Man sollte sich von Anfang an bewusst sein, dass der Umgang mit dem Pferd, den ich hier meine, eine Lebenseinstellung ist und keine Methode.
Wir werden zwar Dinge üben und immer wieder aufs Neue wiederholen, jedoch wird es in erster Linie darum gehen, unsere eigene Wahrnehmung zu schulen, um uns immer bewusster zu werden, was das Pferd uns sagen möchte und was unsere Haltung, sowohl die innere wie auch die äußere, dem Pferd sagt.
Es ist ein Weg, den wir mit den Pferden gemeinsam gehen, auf dem Unterdrückung und Gewalt keinen Platz haben.
Freiheit in einer Beziehung beruht auf Vertrauen und Vertrauen kann nicht erzwungen werden.
Wir werden uns also unserem Gegenüber vertrauenswürdig verhalten müssen, damit es gerne mit uns zusammen ist.

Um eine Beziehung mit dem Pferd einzugehen, müssen wir auf ein paar Dinge besonders achten, damit das Pferd uns respektieren und akzeptieren kann.
Noch bevor wir daran denken, das Pferd aus seiner Herde zu nehmen, oder mit ihm etwas zu unternehmen, sollten wir uns über ein paar Regeln bewusst sein, die wir immer zu berücksichtigen haben.

Regel Nummer 1, ist das Wahren des individuellen Raumes. 
Hier ist sowohl der Raum des Pferdes, als auch der Raum des Menschen gedacht.
Schon bei der ersten Begegnung mit einem Pferd, sollten wir genau darauf achten, in welcher Stimmung das Pferd gerade ist, ob es sich Körperkontakt wünscht, oder nicht. Genauso werden wir auf uns selbst achten. Wollen wir das Pferd gerne nahe bei uns haben, oder nicht? 
Es ist wichtig, dass wir Menschen für uns einen individuellen Raum bestimmen, in den das Pferd nur eintreten darf, wenn wir es erlauben. Das Pferd hat diesen Raum für sich auch. Jedes Pferd beansprucht diesen Raum für sich. Leider haben wir Menschen häufig das Gefühl dafür verloren, wie groß dieser Raum ist. Leider fühlen wir sehr oft nicht mehr, ob das Pferd unsere Nähe genießen kann, oder nicht. 
So wie wir unseren individuellen Raum für uns beanspruchen müssen, tut dies auch das Pferd und wir haben diesen Raum auch auf jeden Fall zu respektieren.
Das heißt, dass ich mich dem Pferd nur noch nähern werde, wenn ich es vorher gefragt habe und ich das Gefühl habe, es ist in Ordnung.
Diese Übung alleine, ist bereits sehr anspruchsvoll, weil wir dazu angehalten sind, wirklich hinzuspüren und die Antwort, die wir erhalten zu akzeptieren haben. Wir werden erstaunt darüber sein, wie selten sich Pferde wirklich Körperkontakt wünschen.
Und im Gegensatz dazu wird uns auffallen, wie oft die Pferde unseren Raum nicht respektieren und eigentlich über unsere Grenzen gehen.
Ich würde sogar sagen, dies ist die wichtigste Regel überhaupt. 
Wir sollten uns ständig darin üben, unseren Raum für uns zu definieren und unsere Grenzen zu wahren. Wir müssen darin sehr konsequent sein, denn sonst kann das Pferd uns nicht respektieren. Ein ranghohes Pferd, würde Grenzüberschreitungen eines anderen Pferdes niemals akzeptieren.
Das soll nicht heißen, dass wir unsere Pferde nicht mehr an uns heranlassen sollten. Es bedeutet einfach, dass wir es ihnen nur mehr dann erlauben, wenn es für uns passt. Genauso werden wir unser Pferd nur noch anfassen, wenn es sich das wünscht.

Wir streben eine Beziehung mit unserem Pferd an, die auf einer sehr feinen Kommunikation beruht, in der wir uns mit minimalen Signalen verständigen. 
Wenn wir mit unserem Pferd ständig auf körperlicher Ebene „manipulativ“ kommunizieren, es ständig am Halfter, an der Trense ziehen, der Führstrick stets „gespannt“ ist usw. und damit meine ich auch, dass wir unser Pferd ständig anfassen, dann stumpft das Pferd ab und reagiert nicht mehr auf feinere Signale.
Im Gegenzug dazu, wird es selbst auch nicht mehr auf feinere Art und Weise mit uns kommunizieren. Es wird resignieren, weil es gelernt hat, dass es sowieso nicht gesehen und verstanden wird.

Die Art der Kommunikation, die ich anstrebe beruht darauf, dass sich Pferd und Mensch gegenseitig lesen. 
Wir sollten uns also langsam in die Nähe des Pferdes herantasten. Körperkontakt ist für Pferde schon etwas sehr Intimes und sie werden sich nicht von jedem Herdenmitglied kraulen lassen. Und andersherum ist auch nicht jedes Herdenmitglied würdig, gekrault zu werden.
Ich möchte einmal hinterfragen, was wir als lobendes Streicheln empfinden und anwenden.
Vielleicht ist ein tätscheln am Hals oder ein Streicheln im Gesicht für ein Pferd sogar entwürdigend?
Wann kommen derartige Berührungen in der Pferdesprache vor?
Berührungen im Gesicht kommen eigentlich nur vor, um zum Spiel aufzufordern oder sich gegenseitig zu vertreiben. 
Und natürlich ein vorsichtiges Beschnuppern bei einer Begrüßung oder um aufs Neue zu überprüfen, wie man sich gegenseitig gerade gesonnen ist.
Streicheln, so wie wir es bei Pferden tun, kommt in ihrer Kommunikation eigentlich nur am Anfang des Pferdelebens vor, wo die Mutterstute ihr Fohlen trockenleckt.
Dessen sollten wir uns bewusst sein. 
Bei Liebkosungen oder bei der gegenseitigen Fellpflege, konzentrieren sich die Pferde immer auf bestimmte Körperregionen. Niemals kraulen sie einander am ganzen Körper und es gibt Körperstellen, die im Zuge dessen nie berührt werden.
Wir Menschen berühren unsere Pferde allerdings völlig selbstverständlich überall. Ich möchte damit nur zum Denken anregen, ob wir uns nicht in der ein oder anderen Situation unseren Pferden gegenüber distanzlos verhalten.
Das muss jeder von uns selbst herausfinden.

 


Es wird sicher Pferde geben, die sehr viel Körperkontakt brauchen und andere, die es nicht besonders mögen, von uns berührt zu werden, oder vielleicht nur in bestimmten Situationen. Es ist vielleicht ähnlich, wie bei uns Menschen. Für uns ist es auch nicht immer gleich passend berührt zu werden. Und das sollten wir respektieren! Sowohl für uns selbst, als auch beim Pferd!

Das Wahren unseres individuellen Raumes, sollten wir sehr wichtig nehmen. Wir sollten uns wirklich sehr intensiv damit auseinandersetzen. Wir haben es hier mit Fluchttieren zu tun, die wenn Gefahr droht, davonlaufen. Wenn wir unseren individuellen Raum nicht einnehmen können, werden sie auch in einer derartigen Situation nicht darauf achten und uns über den Haufen rennen.
Wenn wir allerdings in der Lage sind, unseren Raum zu wahren, also auf uns selbst aufzupassen, sind wir automatisch ein ranghohes Wesen und die Pferde werden uns höchstwahrscheinlich, alleine dadurch, auch in gefahrvollen Situationen vertrauen und sowieso niemals in unsere Richtung zu fliehen versuchen.

Wichtig hierbei ist, dass wir unseren Raum einnehmen, ohne das Pferd zu berühren.
Berührungssprache, d.h. Kommunikation über Körperkontakt ist für Pferde eine Ausdrucksform, die sie nur verwenden, wenn die alleinige Präsenz nicht ausreichend ist. D.h. wenn sie sich nicht alleine mit ihrer Energie oder ihrer Körpersprache verständigen konnten, werden sie als nächstes über die Berührungssprache kommunizieren. Z.B. in Form von Drohgebährden, bis hin zum tätlichen Angriff. 
Als Mensch sollten wir mit dem Pferd so wenig wie möglich in der Berührungssprache kommunizieren, da wir den Pferden ja körperlich deutlich unterlegen sind und die Versuchung von Seiten des Pferdes, unsere Kompetenz über die Berührungssprache in Frage zu stellen sehr groß ist.
Wir sollten also an unserer Präsenz und unserer Energie arbeiten und daran was wir ausstrahlen, damit das Pferd uns respektieren kann, ohne von uns in irgendeiner Form körperlich zurechtgewiesen zu werden.

 

 

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Nina Trebuch

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