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Ausflug mit Ricalina

December 3, 2017

Ich möchte hier etwas mit euch teilen, weil ich mir denke, den einen oder anderen von euch, könnte es ähnlich gehen.

Meine Stute Ricalina und ich gehen nun seit fast 7 Jahren, zumindest teilweise, gemeinsamer Wege und dabei stellen wir einander immer wieder vor neue Herausforderungen. Unsere Beziehung zu einander ist nicht immer einfach. Mitunter deshalb, weil wir einander charakterlich sehr ähnlich sind und uns beide oftmals durchsetzen möchten.

Wie dem auch sein. Seit einiger Zeit ist das Reiten für uns beide ein Thema, welches sehr schwierig ist. Ich habe sehr oft das Gefühl, sie möchte überhaupt nicht geritten werden. Wenn ich mich dann allerdings, teilweise nach Diskussionen, für eine Galoppstrecke beim Spaziergang auf sie setze, wirkt sie hinterher sehr zufrieden und ihre Augen wirken wacher und fröhlicher.

Da ich einen Weg mit meinen Pferden anstrebe, bei dem sie jederzeit mitentscheiden können was wir gemeinsam tun wollen, haben etwaige Diskussionen vor dem Aufsteigen meist dazu geführt, dass ich eben nicht geritten bin. Dies ist für mich nicht unbedingt ein Problem, da das Reiten für mich sowieso nebensächlich ist.

Allerdings habe ich jedoch das Gefühl, Ricalina würde gerne manchal möglichst schnell durch die Wälder preschen, über kleine Hindernisse springen und sich ein wenig auspowern. Was ich ihr ja nur vom Rücken aus bieten kann, da ich leider nicht so schnell laufen kann wie sie. Außerdem habe ich das Gefühl, sie würde bei Ausritten mit einem 2. Pferd, sehr gerne mit diesem um die Wette laufen.

Diskussionen beim Aufsteigen, bzw. fängt das manchmal sogar schon an, wenn ich ihr das Sattelpad auflege, habe ich jedoch so oder so, alleine oder mit 2. Pferd in Gesellschaft. Völlig egal... Ich hatte schon in Erwägung gezogen, sie hätte vl irgendwo Schmerzen... Doch da zeigt sie nichts an. Es scheint ihr einfach nicht zu passen und sie kann dann auch äußerst wütend werden.

 

Jedenfalls langer Rede, kurzer Sinn, habe ich mich heute wieder an einen Ausflug mit ihr herangewagt.

Ich habe mir vorgenommen, mich energetisch mit ihr zu verbinden und mich voll und ganz darauf einzulassen.

Plötzlich spürte ich ein beklemmendes Gefühl in der Brust, wie ich es in Ihrer Gegenwart schon öfter hatte. Und plötzlich hatte ich die Erkenntnis, ich müsse meinen Anspruch loslassen, den Ton anzugeben und mich vertrauensvoll unserer Beziehung/Freundschaft hingeben. Bis jetzt dachte ich immer, ich würde das sowieso tun, doch dieses Reitthema hat mir gezeigt, dass dies im Bezug aufs Reiten schon lange nicht mehr so war. Das Vorhaben zu reiten, wurde zu einem Thema, das mit Unbehagen behaftet war und ich versuchte es mit allen Mitteln zu lösen. Es war dann von vorne herein so, dass ich einen bestimmten Plan verfolgt, wie, wo , wann ich aufsteigen werde und wie lustig das dann zu sein hat.

Ich hatte die Affirmation, meine (scheinbare) Macht abzugeben und diese durch Vertrauen in unsere Beziehung zu ersetzen.

Ich muss dabei vielleicht erwähnen, dass ich generell nur mit (wenn überhaupt) Reitpad und Cordeo reite und zwar einen Gebisslosenzaum mithabe, jedoch diesen so selten als möglich verwende.

Mit Ricalina hat es sich allerdings so eingeschlichen, dass ich stets im Hinterkopf habe, die Zügel griffbereit zu haben, damit sie mir nicht abhauen kann.

Ricalina ist draußen ein Pferd, welches am liebsten Vollgas läuft. Sie ist keinesfalls unhändelbar oder eine Durchgeherin...Sie läuft einfach gerne schnellstens, macht auch gerne hier und da einige Freudensprünge, die nicht immer ganz einfach auszusitzen sind. Das ist ja grundsätzlich auch etwas, was mir sehr taugt und ich fürchte mich auch nicht auf ihrem Rücken.

Allerdings fällt es mir offensichtlich schwer, ihr zu vertrauen. Wahrscheinlich verspanne ich mich auch unbewusst, habe die Zügel immer griffbereit, sodass ich daran ziehen kann, wenn es sein muss.

Jedenfalls habe ich heute gelernt, dass man um das absolute Vertrauen, dem Pferd gegenüber und sich selbst gegenüber, nicht herum kommt. Sonst sollte man doch gar nicht aufsteigen- das meint Ricalina jedenfalls.

Für mich ist es eine große Ehre, wenn ein Pferd mich tragen möchte und dann sollte es doch nicht zu viel verlangt sein, dass man sich gegenseitig vollstes Vertrauen entgegenbringt. Schließlich verlangt man ja vom Pferd auch vollstes Vertrauen, anderenfalls würde es mit uns den Stall und ihre Herde sowieso nicht verlassen!

Ricalina scheint zu meinen, man sollte sich nur tragen lassen, wenn die Beziehung stimmt und vollstes Vertrauen da ist. Und dann sollte es aber auch völlig egal sein, ob man Zügel hat oder nicht.

Und da gibt es wohl keinen Platz dafür, mangelndes Vertrauen und mangelnde Kommunikation durch physische Gewalt zu ersetzen. Denn was ist es anderes, wenn man ständig die Zügel in der Hand haben muss, anstatt am völlig losen Zügel dahin zugaloppieren. Wenn man einander versteht, dann braucht es keinen physischen Druck! Ricalina ist da extrem feinfühlig. Sie hasst es sowieso am Kopf fixiert zu sein (durch Zügel oder Zug am Führstrick,..) und sie merkt in jedem Fall sofort, wenn man von ihr etwas will, selbst aber nicht darauf vertraut( sich selbst nicht und ihr auch nicht).

Es war spannend für mich zu erkennen, dass in dieser Hinsicht anscheinend noch viele Muster in mir sind, die sagen, man müsse das Pferd unter Kontrolle haben, bzw. den Ton angeben.

Alleine das zu erkennen und loszulassen bewirkt, denke ich, schon sehr viel.

Jedenfalls bin ich nach dieser Erkenntnis aufgestiegen, ohne dass Ricalina sich negativ geäußert hätte. Und anschließend sind wir am völlig losen Zügel einen Berg hinaufgaloppiert, so schnell uns Ricalinas Beine tragen konnten. Und diese können eine gehörige Geschwindigkeit an den Tag legen ;) Oben angekommen, bin ich sofort abgestiegen, habe ihr das „Zaumzeug“ abgenommen und wir sind frei nach Hause spaziert.

Nun möchte ich mir als Ziel setzen, noch feinfühliger dafür zu sein, Vertrauen zu haben und irgendwann keine „Hilfsmittel“ mehr zu benötigen.

 

 

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